Frankenwald
Höllental im Frankenwald – Naturerlebnis zwischen Fels, Wasser und Geschichte
Wanderhotspot, Bergbaugeschichte und spektakuläre Ausblicke im Landkreis Hof
Schroffe Felsen, rauschendes Wasser und geheimnisvolle Stollen: Das Höllental im Frankenwald zählt zu den eindrucksvollsten Natur- und Ausflugszielen im Landkreis Hof. Ob Wandern, Natur entdecken, Technik erleben oder beeindruckende Ausblicke genießen – das enge Tal bietet überraschend viele Erlebnisse auf kleinem Raum.
Das Höllental bei Bad Steben ist eines der markantesten Täler im Frankenwald. Tief eingeschnitten zwischen steilen Felswänden schlängelt sich die Selbitz durch eine ursprüngliche Landschaft, die Besucher vom ersten Schritt an in ihren Bann zieht. Heute ist das Höllental ein vielseitiges Ausflugsziel für Naturfreunde, Wandernde und alle, die Landschaft, Technik und Geschichte miteinander verbinden möchten.
Wanderhotspot Höllental: Unterwegs auf abwechslungsreichen Wegen
Das Tal gilt als Wanderhotspot im Frankenwald. Mehrere gut ausgeschilderte Wanderwege führen durch das Höllental oder entlang der Höhenzüge oberhalb der Schlucht. Besonders reizvoll sind die schmalen Pfade direkt entlang der Selbitz, die immer wieder neue Perspektiven eröffnen. Anspruchsvollere An- und Abstiege wechseln sich mit gemütlichen Passagen ab – ideal für Genusswanderer ebenso wie für sportlich Ambitionierte. Nicht nur der Fern-Rundwanderweg FrankenwaldSteig oder der „Frankenweg“ vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb führen durch das wildromantische Höllental, sondern auch viele örtliche Rundwanderwege und Naturlehrpfade. Auf dem Jungfernsteg und dem Teufelssteg (hier soll, einer Sage nach, der Beelzebub leibhaftig gesehen worden sein) queren die Wanderer die Selbitz, die durch das Tal fließt. Naturpark-Ranger bieten kostenfreie Führungen durch das Höllental im Frankenwald an, um die ökologischen Besonderheiten und die Natur zu vermitteln. Alle Touren sind direkt online buchbar.



Aussichtspunkt mit Wow Effekt: König David
Wer das Höllental von oben erleben möchte, sollte den Aussichtspunkt König David einplanen. Auf dem Felsplateau öffnet sich ein eindrucksvoller Blick in das enge Tal, auf Lichtenberg mit seiner Burgruine und die Umgebung – ein beliebtes Fotomotiv und lohnendes Ziel vieler Wanderungen. Unterhalb des Aussichtspunktes befindet sich gleich das nächste Highlight: Der "Hirschsprung" - ein steiler Felsvorsprung am rechten Hang des Höllentals. Auf dem Diabasturm befindet sich ein zum Sprung ansetzender, hölzerner Hirsch. Der Sage nach wurde bei einer markgräflichen Jagd im 18. Jahrhundert ein Hirsch gehetzt, der vom Felsvorsprung sprang – um den Kugeln zu entfliehen.

Bergbau erleben: Stollen und Besucherbergwerk
Ein prägendes Kapitel der Talgeschichte ist der Bergbau, der das Höllental über Jahrhunderte formte. In den umliegenden Bergen wurden unter anderem Schiefer und Erz abgebaut. Noch heute zeugen historische Stollen von dieser Zeit. So einiges zum Bergbau im Frankenwald kann man am Stollen "Blauer Löw", am "Rebeccastollen" und im Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen erfahren. Geführte Touren machen die Bergbaugeschichte lebendig und vermitteln anschaulich, wie eng Natur und Nutzung hier verbunden waren.

Bergbau spielte viele Jahrhunderte eine Rolle im Höllental. Im Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen kann man mehr darüber erfahren.
Technik trifft Natur: Kraftwerk Höllenthal mit Fontäne
Ein spannender Kontrast zur ursprünglichen Landschaft ist das Kraftwerk Höllental, das die Wasserkraft der Selbitz nutzt. Ein besonderes Highlight ist die rund 36 Meter hohe Wasser-Fontäne, die immer sonntags in die Höhe schießt und eindrucksvoll zeigt, welche Energie im Wasser steckt. Das Zusammenspiel aus Technik und Natur macht diesen Ort zu einem zusätzlichen Anziehungspunkt im Tal.
Naturpark-Infozentrum: Wissen und Orientierung
Wer mehr über die Besonderheiten der Region erfahren möchte, findet im Naturpark‑Infozentrum im ehemaligen Bahnhof in Blechschmidtenhammer eine ideale Anlaufstelle. Hier erhalten Gäste Informationen zu Geologie, Flora und Fauna des Frankenwaldes sowie zu Wanderwegen und Ausflugstipps rund um das Höllental. Anschauliche Darstellungen und interaktive Elemente machen das Zentrum auch für Familien und Schulklassen attraktiv.
Die Höllensprudel-Quelle: Natürliches Mineralwasser
Ein weiteres Highlight ist die Höllensprudel‑Quelle. Das natürliche Mineralwasser ist weit über die Region hinaus bekannt – im Ort Hölle können die Wanderer das Wasser am Quellenhäuschen probieren.
Ob als Tagesausflug oder als Teil eines längeren Aufenthalts im Frankenwald: Das Höllental vereint Wandern, Natur, Technik, Geschichte und beeindruckende Ausblicke auf einzigartige Weise. Wer den Landkreis Hof von seiner abwechslungsreichen und faszinierenden Seite kennenlernen möchte, findet hier ein Ausflugsziel mit hohem Erlebniswert.

Die kürzere Lohbachtalbrücke soll direkt bis zur Burgruine Lichtenberg führen Höllental. Visualisierung: sbp schlaich bergermann partner
BLICK IN DIE ZUKUNFT
Projekt „Frankenwaldbrücken“
Noch ist es Zukunftsmusik, aber vielleicht überspannen irgendwann zwei Hängebrücken für Besucher das Höllental – die Meinungen in der Bevölkerung dazu gehen auseinander. Die einen erhoffen sich durch die Brücken einen Impuls für den Tourismus vor Ort, die anderen befürchten explodierende Baukosten und Beeinträchtigungen für die Natur und die Anwohner. Die Idee zu dem Projekt Frankenwaldbrücke wurde 2016 geboren. Die Planungen des Landkreises Hof sehen zwei Fußgänger-Hängebrücken über das Höllental im Frankenwald zwischen Lichtenberg und Issigau vor: die über 1.000 Meter lange Höllentalbrücke sowie die 389 Meter lange Lohbachtalbrücke. Das Vorhaben befindet sich derzeit noch in der Planungsphase.